Seiten

Posts mit dem Label Bali werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Bali werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 4. Juli 2015

So schnell lässt mich Asien nicht gehen...

Glücklicherweise konnte ich mein ganzes Gepäck bei den Mädels aus Deutschland in ihrem Hotel abladen. Danach ging es nochmal durch Kuta um den letzte Tag (zumindest dachte ich das) in Südostasien zu genießen. Erstaunlicher weise Zog es mich noch überhaupt nicht weg, ich hätte wahrscheinlich ewig so weiter machen können, aber nach sieben Monaten dachte ich wäre es mal an der Zeit noch eine andere Erdregion zu Entdecken. Ich glaube ich wusste einfach wie sehr ich das Entspannte und billige Leben in Asien vermissen würde. Deshalb ging es auch nochmal schön zu einer entspannenden Lomi Lomi Massage und danach lecker indonesisch essen.

Danach nutzte ich noch eiskalt (wortwörtlich) den Pool auf dem Hoteldach der zwei Mädels aus und genoss den letzten (oder auch nicht) Sonnenuntergang in Asien.




Mein Flug von Bali nach Cairns sollte um zwei Uhr morgens gehen. Da ich an diesem Tag jedoch schon mein Visum (30 Tage) übertreten hätte wollte ich noch vor 12 durch die Pass-Kontrolle. So weit so gut. Als ich gerade auf dem Weg zum Migration-Point war wurde ich von einem Flughafenangestellten aufgehalten mit der Frage ob ich nach Australien fliegen würde. Klar würde ich das! Oder vielleicht doch nicht? Wegen einer Aschewolke eines Vulkanausbruchs in der Nähe von Denpasar wurden alle Flüge nach Australien gestrichen. Oder zumindest die von Jetstar, die von Virgin Air flogen alle planmäßig. Das hat man halt davon wenn man nur mit billig Airlines unterwegs ist. Ich bekam dann auf jeden Fall einen Flug für die nächste Nacht über Sydney nach Cairns. Alles schön und gut, das wäre ja alles halb so wild wenn mein Visum nicht gerade am auslaufen wäre. Doch offensichtlich war wohl nichts zu machen und ich musste auf Verständnis seitens der Immigrationsbehörde hoffen.

Den nächsten Tag genoss ich nochmal ein bisschen mit Surfen am Kuta Beach, welcher mit einem schönen, diesmal hoffentlich wirklich letzten, Sonnenuntergang endete.




Zurück am Flughafen stand ich dann völlig unverständnisvollen Immigration-Officers gegenüber nach dem ich in eine Art Verhör-Zimmer gebracht wurde, welches vollgepflastert mit Plakaten nach dem Motto "Aufenthalt in Indonesien ohne gültiges Visum ist ein schweres Verbrechen und wird mit Haftstrafen von bis zu 5 Jahren verurteilt"... Na super dachte ich, so lange wollte ich jetzt doch nicht mehr in Asien bleiben und erst recht nicht in einer dunklen Gefängniszelle. Jedoch waren die Grenzbeamten so gütig mich für knapp eine Millionen Rupiah wieder springen zu lassen. Die Hoffnung von der Airline diese Gebühr wieder erstattet zu bekommen habe ich mittlerweile auch schon aufgegeben, es handelte sich ja schließlich um höhere Gewalt. Schön, dass jeder verstand, dass es sich bei meiner Visums-Übertretung auch um höhere Gewalt handelte...

Naja ich kann mich ja nicht beklagen, ich war auf freiem Fuß und saß im Flieger nach Australien. Okay zumindest nach dem der Flieger endlich mal da war, dieser hatte nämlich über eine Stunde Verspätung...

Sonnenaufgang aus dem Flugzeug

Am Flughafen in Sydney erfüllte sich dann meine böse Vorahnung. Nach dem ich noch ewig bei der Immigrations-Prozedur anstehen musste hatte ich den Anschlussflug nach Cairns verpasst. Es schien so als ob Cairns mich wirklich nicht haben wollen würde. Ich ergab mich diesem Schicksal und fragte nach einem Flug für den nächsten Tag, so hätte ich wenigstens noch einen Tag im kalten Sydney (Winter), wodurch der Zwischenstopp nicht ganz umsonst wäre. Und tatsächlich bekam ich einen Flug für den nächsten Tag. Manchmal erweisen sich auf den ersten Blick blöde Begebenheiten als ganz praktisch. So zahlte ich für den Flug von Bali nach Cairns gerade einmal 130€ bekam dafür aber einen Flug von Bali nach Sydney in einer Boeing "Dreamliner" und einen Flug von Sydney nach Cairns am nächsten Tag im Wert von insgesamt 650€... :)

Dienstag, 30. Juni 2015

Uluwatu - Indian Ocean Mega Swell

Am Flughafen in Denpasar traf ich noch auf zwei weitere Deutsche, einen Holländer und einen Engländer welche auch nach Uluwatu wollten, weshalb wir uns einfach zusammen schlossen.
Baas der Holländer und Jo der Brite hatten sich schon ein Zimmer in einem Guesthouse reserviert wo wir glücklicherweise auch noch ein Zimmer für uns drei fanden. Samt leckerem kleinen Restaurant und Swimmingpool und das alles für 7 Euro, was will man mehr? :)
 
Nach Uluwatu wollte ich vor allem wegen zwei Dingen. Zum einen wollte ich zur Sunday-Single-Fin-Party, der wohl größten Party Indonesiens und zum anderen wollte ich ein paar Surfprofis beim Monsterwellen surfen zuschauen.
So hatte ich das Glück, das für Samstag und Sonntag die größten Wellen des Jahres und möglicher Weise eines ganzen Jahrzehnts erwartet wurden, auf Grund eines riesigen Sturms im Südindischen Ozean. So zeigten Satellitenbilder im Indischen Ozean bis zu 20 Meter hohe Wellen!
 
Am nächsten Morgen ging es deshalb schon um 6 Uhr morgens aus den Federn um die großen Wellen und mutige Surferlegenden zu beobachten, welche nur für diese Wellen aus der ganzen Welt angeflogen kamen.
 
Good Morning


Tatsächlich wurden unsere Erwartungen nicht enttäuscht. So große Wellen habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen. Viele der Wellen krazten bestimmt an der 10 Meter Marke! Zunächst gab es noch keine Surfer was sich jedoch schnell änderte nach dem ein erster mutiger Surfer die erste Mega-Welle erfolgreich gesurft hatte. Erst jetzt realisierten wir wie gigantisch die Wellen tatsächlich waren, wenn man die Surfer sah welche nur kleine Punkte in den Wellen ausmachten. Mir lief nicht nur einmal ein Schauder über den Rücken als wir den Surfern dabei zusahen wie sie ihr Leben in den Monsterwellen aufs Spiel setzten während wir ganz entspannt unser Frühstück zu uns nahmen.
Auch interessant fande ich es wie zuverlässig die Wellen gestanden wurden. Von bestimmt 15 Surfern die eine Welle nahmen, sah ich nur einen den die Welle erwischte und für ein paar atemlos Sekunden verschwinden ließ. Komischer weise hatte ich das Gegenteil erwartet, ich hatte gedacht jeder zehnte würde es vielleicht mal schaffen eine Welle zu bekommen. Da realisierte ich, dass sich die Surfer wenn sie eine Well nehmen auch sicher sind, dass sie diese stehen können. Was im Nachhinein auch Sinn macht, ein blöder Sturz kann bei solchen Wellen halt über Leben und Tod entscheiden und wir reden hier ja von den besten Surfern der Welt...
 







 
Gegen Mittag gingen wir nochmal zurück zum Hotel um einen kleinen Mittagsschlaf zu machen um Kraft für die vermutlich lange Nacht zu tanken.
 
Die Katze machte ein Nickerchen mit mir.
 
Es war nämlich Sonntag und jeden Sonntag gibt es in der Single Fin Bar in Uluwatu eine riesige Surferparty. Die Bar ist auf einer Klippe von welcher man einen tollen Blick aufs Meer und die Surfspots hat. Wir genossen noch den unglaublich schönen Sonnenuntergang, bevor die Party in volle Fahrt kam. Ich muss zugeben ich hab selten in so einer genialen Location gefeiert! Unter freiem Sternenhimmel, das Meer und Bali's Klippenküste überblickend.
 





 
Nach dem wir am nächsten Tag ausgeschlafen hatten gingen wir noch zum Uluwatu Temple, welcher auch über den Klippen steht und wo wir einen weiteren schönen Sonnenuntergang genossen.
 



 
 
 
Außerdem hatten Affen die Tempel Anlage fest im Griff, welche sich so manchen Spaß mit den Touristen erlaubten.
 

 
War echt eine coole Truppe die wir da hatten, aber morgen trennen sich die Wege schon wieder. Flo und Malte (die zwei anderen Deutschen) fliegen nach Malaysia und ich gehen noch auf die nah gelegene Insel Nusa Lembongan an der Ostküste Bali's bevor ich dann am 3. Juli nach Australien fliegen werde. Ja ihr habt richtig gehört! Nach gut 7 Monaten in Südostasien schaffe ich es nun doch noch nach Australien (auch wenn bis dahin noch viel schief laufen sollte --> lest weiter!). ;)

Mittwoch, 10. Juni 2015

Tulamben - Tauchen um das Schiffswrack der USAT Liberty bei Tag und Nacht!

Nach unserer kleinen Erfahrung mit der balinesischen Polizei (Post: "Bali's korrupte Polizei") ging es erstmal zu einem Tauch-Zentrum um die Preise zu checken. Tulamben ist nämlich unter Tauchern als toller Wrack-Tauchspot bekannt. So liegt in einer Tiefe von 5 bis 30 Meter das Schiffswrack USAT Liberty welches im Zweiten Weltkrieg von einem japanischen Uboot angeschossen wurde. Es konnte jedoch noch zur Küste manovriert werden von wo es später bei einer Vulkaneruption mit der Lava ins Meer gedrückt wurde wo es heute noch liegt.
Mir wurde schon von mehreren Leuten empfohlen, das Schiffswrack auch bei Nacht zu betauchen, da dies super mystisch und spannend wäre. Deshalb meldete ich mich noch am gleichen Tag für einen Nachttauchgang an.
Dieser Tauchgang war einer der schönsten und besondersten die ich je hatte! Das Wasser war voll von Leuchtplankton wodurch jede Bewegung einen blauen Schimmer im Wasser verursachte. Vor allem an den Flossen gab es immer eine blau leuchtende "Strömungsspur". Außerdem trafen wir auf einen Schwarm Flashlight-Fische welcher blinkend an uns vorbei zog. Offensichtlich mögen auch Fische nicht auf ihre kleine Disco verzichten was gerade bei ausgeschalteter Lampe wirklich beeindruckenden ist.
Ein weiteres Highlight waren die Bump-Head Fische welchen wir begegneten und welche man nur Nachts zu Gesicht bekommt. Dies sind gigantische bis zu 1,3 Meter lange (und manchmal fast 50 Kilo schwere) Fische welche sich gerne in dem Schiffswrack verstecken. Es kann schon unheimlich sein wenn plötzlich aus dem Dunkeln ein Fisch im Lichtkegel erscheint welcher fast so groß ist wie man selbst was Unterwasser nochmal viel größer wirkt. Dazu dann noch das alte korallenüberzogene Wrack verleihte dem Tauchgang die versprochene Mystik und Spannung.

Meine Unterwasserkamera ist Nachts leider blind...

Am Ende kamen wir noch großen Groupern (Zackenbarsch) über den Weg. Mein Divemaster leuchtende jedoch lieber mit seiner Lampe auf einen kleinen völlig uninteressanten Fisch. Den Sinn dahinter begriff ich erst kurze Zeit später. So wurde die Aufmerksamkeit des Groupers auf den Fisch gezogen, klar dieser war nun völlig enttarnt, da er hell erleuchtet war. Und ehe ich es mir versah hatte der Grouper sein Abendessen runtergeschlungen. So etwas hatte ich bis dahin auch noch nicht gesehen. Und ich freute mich schon auf den nächsten Morgen wo ich das Wrack bei Tag sehen würde.
Am nächsten Morgen war es also so weit. Verrückt wie die Tageszeit einen Tauchspot verändern kann. Diesmal sah ich komplett andere Fischarten und mir erschloss sich die Größe des Wracks erst jetzt, da ich bei Nacht immer nur kleine, von unserer Lampe erleuchtete Teile davon gesehen hatte. Diesmal konnten wir auch tiefer in das Wrack eindringen als bei Nacht, was auch sehr spannend war.




Mitten im Wrack

Ein kleiner Rochen

 
Nach dem Tauchgang ging ich mit Franziska noch ein bisschen ums Wrack schnorcheln, da sie keinen Tauchschein hat. Da das Wrack jedoch schon in einer Tiefe von 5 Metern beginnt eignet es sich auch perfekt zum schnorcheln wobei man das Wrack nochmal von einer ganz anderen Perspektive bestaunen kann.


 
Da Tulamben außer dem Schiffswrack nicht viel zu bieten hat, sollte es noch am gleichen Tag in Richtung Lombok und den Gili Inseln gehen. Zunächst ging es mit dem Taxi nach Padangbai einem Hafen von dem Boote nach Lombok und den Gilis ablegen. Da es jedoch schon 14 Uhr war hatten bereits alle Speedboote abgelegt welche es in gerade mal 1,5 Stunden zu den Gilis schaffen. Allerdings auch zu dem stolzen Preis von 30 Dollar. Da uns das sowieso zu teuer war nahmen wir die Fähre nach Lombok für gerade einmal 4 Dollar, welche jedoch auch bis zu 6 Stunden braucht. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir jedoch noch nicht wo wir in Lombok ankommen würden. Eigentlich ging ich davon aus, dass wir im Norden nahe den Gilis ankommen würden, aber Pustekuchen.

Sechs Stunden später, gegen 20 Uhr, standen wir ganz im Süden Lomboks, blöd aber auch. Also Taxi ab in den Süden was nochmal zwei Stunden dauern würde und uns jeden nochmal 10 Dollar kostete. Zum Glück trafen wir noch eine alte Dame welche auch auf die Gilis wollte wodurch das Taxi nochmal billiger wurde.
Auf dem weg hielten wir noch bei einem kleinen Streetfood Stand wo ich das beste Gado Gado bekam was ich bisher hatte, zu einem fünftel des bisherigen standart Preises. Man merkte also, dass wir A nicht mehr auf Bali waren und B an einem Ort wo sich nicht viele Touristen hin verirren.
Gestärkt ging es weiter. Am Hafen wo die Schiffe auf die Gilis fahren dann die herbe Enttäuschung, nachts verkehren keine Boote. Schade eigentlich, dabei konnten wir doch schon den von Lichtern schillernden Strand von Gili Trawangan sehen wo unser reservierter Bungalow auf uns wartete. Für die alte Dame noch blöder, da ihre zwei Töchter auf sie warteten und sie mittlerweile vermutlich schon vermissten...
Dann das Angebot: wir könnten ein privates Speedboot mieten welches uns noch heute auf die Insel bringen würde. Der Spaß sollte jedoch 50 Dollar kosten, das war nun wirklich nicht in unserem Budget. Die nette Dame würde das Boot jedoch auch ohne uns nehmen weshalb sie damit einverstanden war ihr nur 15 Dollar für uns beide zu geben.
Kurze Zeit später flogen wir über das Wasser auf Gili Trawangan zu. In der Gischt des Bootes leuchtete das Plankton hell blau und über uns strahlte die Milchstraße mit ihren endlosen leuchtenden Sternen. Ein Geschenk für die Strapazen unserer mittlerweile schon 11 Stunden anhaltenden Reise.


15 Minuten später standen wir am Strand von Gili Trawangan, wir hatten es also tatsächlich noch geschafft! Daran hatten wir zwischenzeitlich auch nicht mehr gedacht. Die Party war schon mächtig am Gange und überall schwangten betrunkene Menschen umher. Was für ein krasser Kontrast zu unserer Anreise welche uns durch die untiuristischen Teile Lomboks geführt hatte.
Ihr könnt euch jedoch vorstellen wie erschöpft wir waren weshalb wir gleich nach unserem Bungalow ausschau hielten. Dort angekommen die nächste Überraschung, da unser reservierter Bungalow bereits vergeben war (wahrscheinlich wurden wir nicht erst um Mitternacht erwartet), bekamen wir ein kostenloses Upgrade in ein Deluxe-Bungalow. ;)
Glücklich aber erschöpft vielen wir in unser Bett und in tiefe Träume über die erlebten Abenteuer des Tages... :)

Montag, 8. Juni 2015

Bali's korrupte Polizei...

Diesen Post werde ich einem kleinen Erlebnis widmen was mir/uns auf Bali widerfahren ist. Bis jetzt hatte ich ja echt immer Glück nicht abgezogen zu werden oder konnte meistens darum herum steuern. War aber abzusehen, dass auch ich einmal eine nicht so schöne Erfahrung machen müssen würde.
Doch erstmal von vorne...

Eigentlich wollten wir (Franziska, ein deutsches Mädel was ich in Bali kennen gelernt habe und ich) nur ein Taxi von Ubud nach Tulamben nehmen einem kleinen Dorf an der Nordostküste Bali's, wo das berühmte USAT Liberty Wrack liegt. Ein bekannter und hochgelobter Tauchspot in Bali.
Von Ubud sind es etwa 2,5 Stunden bis dorthin. Taxi ist auf Bali auch so ziemlich das einzige Fortbewegungsmittel. Es gibt zwar manchmal Shuttelbusse (kleine Vans) die jedoch nur einmal am Tag fahren und teurer als ein Taxi sind, sobald man mindestens zu zweit ist.

Deshalb also durch Ubud geschlendert und nach einem Taxi Fahrer ausschau gehalten welcher uns einen guten Preis für den nächsten Tag geben wollte.
Erstes Angebot 500 000 Indonesische Rupiah (ca. 35€). Ich natürlich sofort abgelehnt, da völlig überteuert. Danach die schon erwartete, da übliche Frage: "What price do you want?". Also ab in die Verhandlung dachte ich. Mein Angebot 100 000, da man immer genauso unrealistisch tief anfängt wie das Gegenstück horent hoch in die Verhandlung geht, um sich üblicherweise irgendwo in der Mitte zu treffen. Nicht so in diesem Fall. 100 000 wäre ok sagte der Taxifahrer auch nach mehrmaligem nachfragen.
Mir kam die ganze Sache schon etwas komisch vor weshalb ich mir eine Karte von ihm geben ließ um ihn später anzurufen falls wir seinen Dienst in Anspruch nehmen wollten.
Da wir nichts billigeres als 300 000 fanden riefen wir abends an. Um genauer zu sein rief unsere Hotelrezeption bei ihm an und checkte auch nochmal den Preis, da es wirklich unglaublich billig wäre. Doch auch hier die Bestätigung für 100 000.
Alles klar dachten wir, würde schon irgend einen Grund haben, vielleicht musste der Taxifahrer ja selbst dort hin oder sowas in der Art.

Am nächsten Morgen wurden wir also wie versprochen abgeholt und die Fahrt war sehr angenehm, keine weiteren Zwischenfälle.
Angekommen bei unserer neuen Unterkunft stiegen wir aus und ich drückte wie üblich dem Fahrer die 100 000 in die Hand. Hier nun der Wendepunkt, der Fahrer verlangte nun 500 000 und meinte das wäre schon immer so ausgemacht gewesen... Nein war es nicht und dafür gibt es auch genügend Zeugen. Wir waren uns auf jeden Fall sicher uns nicht auf sein Spiel einzulassen. Irgendwann würde er ja hoffentlich verstehen, dass wir uns nicht abzocken lassen würden. Also haben wir uns erstmal Mittagessen bestellt.

Die Drohung er würde die Polizei rufen ignorierten wir natürlich, sollte er halt, wir hatten ja nichts verbrochen.

Dann die Überraschung, ein Polizist kam tatsächlich und setzte sich zu uns an den Tisch. Nach dem ich ihm mehrfach erklärt hatte, dass der Taxifahrer uns abziehen wollte und wahrscheinlich den tiefen Preis genannt hatte um Kunden zu bekommen (in Bali kämpfen nämlich alle Taxifahrer um Leute, da es viel zu viele Taxis auf nicht so viele Leute gibt), blieb der Polizist der Meinung, dass 100 000 jedoch viel zu wenig wären und dass das gerade mal für das Benzin reichen würde. Das war uns doch völlig klar, dass es ein unglaublich billiges Angebot war aber darum ging es doch überhaupt nicht, das war doch von Anfang bis Ende durchgeplant. Verstehen wollte uns der Polizist jedoch auch gar nicht, das war offensichtlich. Da wir uns verweigerten zu zahlen verlangte der Polizist nun von uns mit auf die Wache zu kommen. Immerhin konnten wir uns noch darauf einigen unser Mittagessen fertig zu essen...
Während dem Essen traute ich meinen Ohren nicht, der Taxifahrer und der Polizist schienen sich mehr als gut zu verstehen und hielten einen Kaffeeklatsch direkt vor unseren Augen.

Da dämmerte es uns langsam, dass wir auf der Polizeistation nicht viel zu gewinnen hatten, zumal ich auf meiner Reise schon genug schlimme Geschichten über korrupte Polizisten gehört hatte.
So traf ich in Kambodscha jemanden dessen Freund eine Woche in einem kambodschanischen Gefängnis verprügelt wurde bis er mit sämtlichen Knochen gebrochen wieder entlassen wurde. Grund: erwischt mit einem Joint im Mund und die Strafe (das Bestechungsgeld) konnte er nicht zahlen, da er nicht genug Geld dabei hatte.
Ich weiß Kambodscha ist Kambodscha und Bali ist Bali trotzdem hatte ich nicht sonderlich Lust in die Sache noch tiefer zu rutschen wie wir eh schon waren. Wer weiß was uns auf der Polizeistation erwartete, sicher niemand der uns unterstützen würde und den Taxifahrer seiner Wege schicken würde...

Also unser letztes Angebot die Hälfte zu zahlen aber nicht die 500. Auf 300 ließ sich der Taxifahrer ein und wir durften wieder unserer Wege ziehen.

Das letzte Bild: der Polizist und der Taxifahrer nebeneinander die Straße herunter schlendernd, beide offensichtlich glücklich. Der Polizist hatte von den 300 000 bestimmt seinen Anteil bekommen und der Taxifahrer hatte auch sein Ziel erreicht, so läuft das halt in Indonesien...

Um fair zu sein muss ich jedoch auch sagen, dass nicht alle Polizisten so zum hassen sind. An einem anderen Tag hatten wir uns Roller ausgeliehen um die Umgebung zu erkunden. Als dann ein Polizist neben uns anhielt befürchteten wir schon das schlimmste, er fragte uns jedoch nur ob wir den Weg wüssten und ob er uns helfen könne. Die Erleichterung war uns glaube ich allen ins Gesicht geschrieben. ;)

Sonst ist Bali übrigens wirklich wunderschön und ihr könnt euch schon auf die nächsten Berichte freuen. Wie immer müsst ihr euch jedoch noch ein bisschen gedulden, bis ich wieder gut genuges Internet habe um ein paar Bilder mit hoch zu laden...

Gerade sind wir auf Gili Trawangan, einer kleinen, paradiesischen Insel vor der Westküste Lombok's. :)

Sonntag, 7. Juni 2015

Ubud - Bali´s kulturelle Perle

Angekommen in Ubud wurde sofort der luxuriöses Infinitypool unseres Hotels in Anspruch genommen. Wir hatten nämlich ein Zimmer für 4 Personen gefunden was für 50 Dollar (also knapp 10€ pro Person) recht günstig war für das Resort-Feeling was es versprach. Unsere Reservierung ging aber irgendwie am Hotel-Management vorbei, weshalb wir kostenlos in ein Delux Zimmer upgegraded wurden, da sagt man doch nicht nein. ;)
 




 
Abends ging es noch in die "Fair Warung Bale" essen, einem Restaurant dessen sämtlicher Gewinn an ein lokales Krankenhaus geht. Dadurch können pro Essen zwei Patienten behandelt werden und pro Getränk etwa einer. Das Essen war zwar auch etwas teurer für indonesischen Standart (mein Tunfisch mit Basilikum und Tomaten hat auch nur 5€ gekostet), aber wenn man weiß wohin das Geld fließt gibt man das ja gerne aus. So können über 25 000 Patienten jährlich eine kostenlose Behandlung erhalten, nur durch dieses kleine Restaurant!
 
 
Am nächsten Tag liehen wir uns ein paar Roller aus um die Umgebung zu erkunden.
Zunächst ging es zu dem s.g. "Campuhan Ridge Walk", welcher auf einem grasbewachsenen Kamm zu einem kleinen, mit Reisfeldern umgebenen Dörfchen führte.
 
 










 
Danach ging es weiter zu einer der Hauptattraktion Bali's und zwar den "Tagalalang Rice Terraces", welche tatsächlich zu den schönsten Reisterrassen zählen welche ich bis jetzt gesehen habe und locker mit denen in Vietnam mithalten können.
 



Mangosteam... Soo lecker!





 
 
Viel toller fanden wir jedoch kleinere Reisfelder in der Umgebung, an denen wir vorbei fuhren und den Bauern bei ihrer Arbeit zusehen konnten.
 


 
 
Als nächsten Stop hatten wir uns einen kleinen Tempel ausgesucht in welchem es auch zwei kleine Pools für Männer und Frauen gab um sich zu waschen. Vor allem für die einheimischen Kids war dieser Pool jedoch perfekt um sich ein bisschen abzukühlen und Wasserschlachten zu veranstalten.
 


 
Dieser Anblick erweckte in uns auch die Sehnsucht uns ein bisschen abzukühlen, weshalb es als nächstes zu dem Tegenungan Wasserfall ging. Diesen konnten wir schon von oben bestaunen bevor wir hinunter zum Flussbett stiegen. Direkt unter dem Wasserfall hatte der Wasserfall nochmal andere Dimensionen und die Gischt reichte uns schon als kleine Abkühlung, da es schon langsam Abend wurde.
 


Wunderschöne Seerose



 
Für den nächsten Tag hatten wir uns für eine "Cooking Class" angemeldet von der uns versprochen wurde, dass wir danach acht verschiedene Gerichte plus Nachtisch kochen können würden.
Doch tatsächlich war es viel mehr als ein reiner Kochkurs.
 
Zunächst ging es auf einen lokalen Markt auf welchem uns alle möglichen fremden Früchte, Gemüse und Gewürze erklärt und zum probieren gegeben wurden. So probierte ich auch zum ersten mal den König aller Früchte die unter dem Namen Durian bekannt ist. Dies ist eine extrem intensiv riechende Frucht dessen Geschmack und Geruch ähnlich lange im Mund verweilt wie Knoblauch. Der Geruch ist sogar so intensiv und durchdringend, dass Durian auf Flügen, in Zügen und Bussen und in den meisten Hotels verboten ist. Den Geruch finde ich auch echt unangenehm aber nach dem ich mich so lange davor gedrückt hatte die Frucht mal zu probieren (sehr beliebt in ganz Asien) war es nun an der Zeit. Der Geschmack war tatsächlich nicht so schlecht, auch wenn der Nachgeschmack irgendwie komisch ist. Doch wie schon erwähnt wird man den Geschmack nicht so schnell los. Also am besten gleich mit Kochen anfangen, damit ich den Nachgeschmack mit etwas anderem überdecken konnte.
 
 
Doch zunächst ging es noch zu einer kleinen Reisterrasse welche ich noch viel schöner fande als die den Tag zuvor, da es auch keine anderen Touristen gab die im Feld herum stapften. Dort wurde uns dann der Reisanbau erklärt was wirklich sehr interessant war. So wird drei mal Jährlich Reisgeernted was jedoch nur mit chemischen Düngern möglich ist. Früher wurde nur einmal, maximal zweimal im Jahr Reis geerntet...
 

 
Im Haus der einheimischen Familie, welche uns beibringen würde indonesisch zu kochen, bekamen wir noch eine kurze Erklärung wie indonesische Familien traditionell leben. So bleiben Söhne immer in der Familie und bringen ihre Frauen und Kinder mit in die Familie. Töchter ziehen demnach immer zu der Familie ihres Ehemanns. So können Familien bis zu 30 Mitglieder haben, welche alle auf dem selben Familiengrundstück leben.
 
Schöner Welcome Drink
 
Der Kochkurs war sehr gut organisiert und machte super Spaß. So kochten wir tatsächlich acht verschieden Gerichte welche wir danach alle essen durften und welche alle samt super lecker waren!
 
Frische Zutaten



Franziska und ich beim Schnibbeln

Und beim Mörsern

Und natürlich beim Kochen

Erster Gang: Pilz und Gemüse Suppe


Deep Fried Tempe in Sweet Soy Sauce

Gado Gado

Coconut and Snakebean Salad

Minced Chicken Grilled on Bamboo Sticks

Chicken in Coconut Curry

Nachtisch: Boiled Banana in Palm Sugar Syrup
 
Den Rest des Tages ließen wir wieder in unserem schönen Pool und einem kalten Bier ausklingen.
 
Unser letzter Tag in Ubud war sehr entspannt. Nach dem Frühstück ging es in den Monkey Forest in Ubud in welchem es wie der Name schon sagt von Affen wimmelte. Diese waren teilweise echt gemein und versuchten einem Sachen aus der Tasche zu klauen, aber das bin ich ja mittlerweile schon gewohnt. Schon komisch, für mich sind Affen (zumindest die üblichen grauen Makaken) gar nichts mehr besonderes, weil man die halt echt überall sieht. Für Franzi war das z.B. total beeindruckend, da sie gerade aus Australien kommt. Für sie sind dafür Kängurus nichts mehr besonderes wo ich wahrscheinlich durchdrehen würde wenn ich welche zu Gesicht bekäme.
 



Big Daddy



Affentempel

Was mich dann jedoch doch noch beeindrucken konnte war ein Affe welcher gerade sein Frisch geborenes Baby umsorgte, welches sogar noch nass war also nicht älter als ein paar Stunden!
 


Ein bisschen größeres Baby


Immer mit der Ruhe

 
Danach ging es für mich zur Spa wo ich mir eine traditionelle balinesische Massage gönnte welche zu den besten zählt welche ich je hatte! Diese kommt meiner beliebten Thai-Massage echt nahe obwohl sie einen völlig anderen und sehr eignen Stil verfolgt.
 
 
Tiefen entspannt ging es abends noch zu einem der berühmten traditionellen Tänze bei denen über 100 einheimische nur mit ihrem Mund eine rhythmische und sehr besondere Musik und Stimmung erzeugen. Dazu wird mit verschiedene weiblichen und männlichen Tänzern eine alte Legende erzählt, die, wie könnte es anders sein, von Liebe und Krieg erzählt.
 




 
Der krönende Abschluss ist eine Feuershow bei welcher ein Feuerläufer barfuß glühende Kokusschalen in Richtung Zuschauer kickt.
 


 
Nach der Show schlenderten wir noch ein bisschen durch die Straßen und bestaunten unter anderem einen Künstler an seinem Werk.
 

 
Am nächsten Tag ging es nach Tulamben. Über die nicht ganz so erfreuliche Taxifahrt könnt ihr in dem Post "Bali's korrupte Polizei" nachlesen.