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Samstag, 4. Juli 2015

So schnell lässt mich Asien nicht gehen...

Glücklicherweise konnte ich mein ganzes Gepäck bei den Mädels aus Deutschland in ihrem Hotel abladen. Danach ging es nochmal durch Kuta um den letzte Tag (zumindest dachte ich das) in Südostasien zu genießen. Erstaunlicher weise Zog es mich noch überhaupt nicht weg, ich hätte wahrscheinlich ewig so weiter machen können, aber nach sieben Monaten dachte ich wäre es mal an der Zeit noch eine andere Erdregion zu Entdecken. Ich glaube ich wusste einfach wie sehr ich das Entspannte und billige Leben in Asien vermissen würde. Deshalb ging es auch nochmal schön zu einer entspannenden Lomi Lomi Massage und danach lecker indonesisch essen.

Danach nutzte ich noch eiskalt (wortwörtlich) den Pool auf dem Hoteldach der zwei Mädels aus und genoss den letzten (oder auch nicht) Sonnenuntergang in Asien.




Mein Flug von Bali nach Cairns sollte um zwei Uhr morgens gehen. Da ich an diesem Tag jedoch schon mein Visum (30 Tage) übertreten hätte wollte ich noch vor 12 durch die Pass-Kontrolle. So weit so gut. Als ich gerade auf dem Weg zum Migration-Point war wurde ich von einem Flughafenangestellten aufgehalten mit der Frage ob ich nach Australien fliegen würde. Klar würde ich das! Oder vielleicht doch nicht? Wegen einer Aschewolke eines Vulkanausbruchs in der Nähe von Denpasar wurden alle Flüge nach Australien gestrichen. Oder zumindest die von Jetstar, die von Virgin Air flogen alle planmäßig. Das hat man halt davon wenn man nur mit billig Airlines unterwegs ist. Ich bekam dann auf jeden Fall einen Flug für die nächste Nacht über Sydney nach Cairns. Alles schön und gut, das wäre ja alles halb so wild wenn mein Visum nicht gerade am auslaufen wäre. Doch offensichtlich war wohl nichts zu machen und ich musste auf Verständnis seitens der Immigrationsbehörde hoffen.

Den nächsten Tag genoss ich nochmal ein bisschen mit Surfen am Kuta Beach, welcher mit einem schönen, diesmal hoffentlich wirklich letzten, Sonnenuntergang endete.




Zurück am Flughafen stand ich dann völlig unverständnisvollen Immigration-Officers gegenüber nach dem ich in eine Art Verhör-Zimmer gebracht wurde, welches vollgepflastert mit Plakaten nach dem Motto "Aufenthalt in Indonesien ohne gültiges Visum ist ein schweres Verbrechen und wird mit Haftstrafen von bis zu 5 Jahren verurteilt"... Na super dachte ich, so lange wollte ich jetzt doch nicht mehr in Asien bleiben und erst recht nicht in einer dunklen Gefängniszelle. Jedoch waren die Grenzbeamten so gütig mich für knapp eine Millionen Rupiah wieder springen zu lassen. Die Hoffnung von der Airline diese Gebühr wieder erstattet zu bekommen habe ich mittlerweile auch schon aufgegeben, es handelte sich ja schließlich um höhere Gewalt. Schön, dass jeder verstand, dass es sich bei meiner Visums-Übertretung auch um höhere Gewalt handelte...

Naja ich kann mich ja nicht beklagen, ich war auf freiem Fuß und saß im Flieger nach Australien. Okay zumindest nach dem der Flieger endlich mal da war, dieser hatte nämlich über eine Stunde Verspätung...

Sonnenaufgang aus dem Flugzeug

Am Flughafen in Sydney erfüllte sich dann meine böse Vorahnung. Nach dem ich noch ewig bei der Immigrations-Prozedur anstehen musste hatte ich den Anschlussflug nach Cairns verpasst. Es schien so als ob Cairns mich wirklich nicht haben wollen würde. Ich ergab mich diesem Schicksal und fragte nach einem Flug für den nächsten Tag, so hätte ich wenigstens noch einen Tag im kalten Sydney (Winter), wodurch der Zwischenstopp nicht ganz umsonst wäre. Und tatsächlich bekam ich einen Flug für den nächsten Tag. Manchmal erweisen sich auf den ersten Blick blöde Begebenheiten als ganz praktisch. So zahlte ich für den Flug von Bali nach Cairns gerade einmal 130€ bekam dafür aber einen Flug von Bali nach Sydney in einer Boeing "Dreamliner" und einen Flug von Sydney nach Cairns am nächsten Tag im Wert von insgesamt 650€... :)

Donnerstag, 2. Juli 2015

Nusa Lembongan - Auf der Suche nach Mola Mola und Tauchen mit Manta Rochen

Nach dem Mittagessen ging es also mit dem Taxi zunächst an den Flughafen, um dort die zwei anderen deutschen abzuladen und dann nach Sanur von wo die Boote nach Nusa Lembongan ablegen. Da das billige und langsame Boot nur früh morgens fährt blieb mir nichts anderes übrig als eins der überteuerten Speedboote zu nehmen. Immerhin konnte ich die Fahrt noch von 350 auf 220 tausend Rupiah herunter handeln. Um genau zu sein auf 219 200, da das alles war was mein Geldbeutel noch hergab.

Mit 600 Pferdestärken ging es dann also auf See. Da das Meer sehr rau war wurde die Fahrt jedoch zum absoluten Horror-Trip. Und ich bin ja mittlerweile schon so einiges gewöhnt, also sicher nicht empfindlich was Bootsfahrten angeht. Da es der Kapitän jedoch irgendwie nicht für nötig hielt langsamer zu fahren "sprangen" wir von einem Seehügel zum nächsten und auf jeden Hügel prallten wir mit einer Wucht auf, die mich jedes mal nahezu aus dem Sitz katapultierte. Dazu machte es ein Geräusch als ob die Boot Unterseite gerade am zerbrechen wäre oder zumindest ordentliche Dellen kassieren würde. Doch nichts der gleichen schien zu passieren, wirklich erstaunlich was so Hightech Boote mittlerweile so aushalten!


Anstelle von zwei Stunden (mit dem Slowboat) waren wir schon nach einer halben Stunde auf der Insel. Dort ging es als erstes mal zum Bankautomaten, doch dieser wollte mir offensichtlich kein Geld geben. Naja kein Problem, die Unterkunft hatte ich schon bezahlt (samt Frühstück) und fürs Abendessen wechselte ich noch einen 5€ Schein den ich in meinem Rucksack gefunden hatte, bis morgen war also alles in trockenen Tüchern...

Nach dem ich mich in meinem kleinen Bungalow (für die letzten Tage gönnte ich mir noch was = 15€ pro Nacht + Frühstück) eingerichtet hatte, ging es noch mit dem Roller zu den "Devil Tears" ganz im Süden der Insel. Dort besteht die Küste aus hohen Klippen gegen welche die Wellen krachen und meterhoch in die Luft schießen. Wirklich ein klasse Naturschauspiel, was einem die Kraft des Meeres nochmal vor Augen führt, zumal man noch deutlich die Nachkömmsel der großen Wellen vom Indischen Ozean spürte.






Locker 50 Meter hohe Gischt!

Sonnenuntergang... Fast Vollmond!
Für den nächsten Tag hatte ich mich zu einem Tauchgang zu den bekannten Spots Crystal Bay und Manta Point angemeldet. Bei Crystal Bay erhoffte ich mir die sehr selten zu sehenden Mola Mola zu Gesicht zu bekommen. Dies sind die größten Fische der Welt und haben einen Umfang von bis zu 3 Meter. Normalerweise kommen sie nur in tiefen ab 900 Meter vor jedoch kommen sie einmal im Jahr in seichtere Gewässer um sich von kleinen Fischen oder auch Vögeln säubern zu lassen.
Was ich mir beim Manta Point erhoffte zu sehen verrät denke ich der Name schon.
Da es jedoch gerade erst Beginn der Mola Mola oder auch Sonnenfisch Saison war erhoffte ich mir mal nicht zu viel.
Und tatsächlich bekamen wir leider keine zu Gesicht. Dafür jedoch ein großes Seepferd, was man jetzt auch nicht alle Tage zu Gesicht bekommt. Enttäuscht waren wir nur als wir aus dem Wasser stiegen und hörten, dass eine andere Gruppe tatsächlich zwei Mola Mola gesichtet hatte, weit waren sie also nicht. Naja man kann halt auch nicht immer Glück haben...

Zum Manta Point war es eine Stunde Bootsfahrt




Beim Manta Point waren wir dafür wieder die Glücklichen. So sahen wir bestimmt 20 individuelle Manta Rochen welche um uns herum kreisten und immer wieder kamen. Manche von ihnen so nahe, dass ich sie berühren hätte können. Das ist schon atemraubend wenn so ein 5 Meter weites Tier einem nur knapp über dem Kopf herzieht. Da wir uns nur in einer Tiefe von 10 Metern aufhielten verbrachten wir über eine Stunde mit den Manta Rochen welche uns gerne ihre "Flugeinlagen" präsentierten. Einer meiner lieblings Mantas war dabei ein auf der Unterseite komplett schwarzer, welcher so gar nicht seinen weißen Artgenossen ähnelte. So gibt es ganz selten auch mal Manta Rochen mit einer schwarzen Unterseite anstelle einer weißen.
Mein Tauchpartner hat super viele Bilder gemacht, die ich hoffentlich noch geschickt bekomme und dann nachreichen werde!

Nach dem Tauchen versuchte ich noch einmal Geld abzuheben doch wieder ohne Erfolg. Dies stellte mich vor ein ernsthaftes Problem, da ich lediglich noch einen 50 Euro Schein für Notfälle bei mir hatte. Diesen tauschte ich nun um. Sollte ich danach nicht wieder an Geld kommen hätte ich wohl ein richtiges Problem. Als erstes kaufte ich mir also mal ein Bootsticket für den nächsten Tag zurück nach Bali, diesmal mit dem deutlich billigeren einheimischen, dafür aber auch maroden und langsamen Boot.

Bei meiner Unterkunft traf ich noch auf ein deutsches junges Paar was gerade Urlaub auf Bali machte und um alle sorgen zu vergessen ging es Abends noch auf eine Vollmond Party ganz im Norden der Insel. Da mein Boot jedoch schon um 7 Uhr morgens am nächsten Tag ablegte, war meine Nacht dem entsprechenden kurz. ;)

Auf dem Boot traf ich dann auf zwei weitere Deutsche Mädels. So viel deutsche hatte ich ja schon lange nicht mehr gesehen, man merkt einfach, dass die Sommerferien gerade begonnen haben. Dies sollte jedoch nur eine kleine Vorwarnung auf Australien sein wie sich später herausstellen sollte...

Dienstag, 30. Juni 2015

Uluwatu - Indian Ocean Mega Swell

Am Flughafen in Denpasar traf ich noch auf zwei weitere Deutsche, einen Holländer und einen Engländer welche auch nach Uluwatu wollten, weshalb wir uns einfach zusammen schlossen.
Baas der Holländer und Jo der Brite hatten sich schon ein Zimmer in einem Guesthouse reserviert wo wir glücklicherweise auch noch ein Zimmer für uns drei fanden. Samt leckerem kleinen Restaurant und Swimmingpool und das alles für 7 Euro, was will man mehr? :)
 
Nach Uluwatu wollte ich vor allem wegen zwei Dingen. Zum einen wollte ich zur Sunday-Single-Fin-Party, der wohl größten Party Indonesiens und zum anderen wollte ich ein paar Surfprofis beim Monsterwellen surfen zuschauen.
So hatte ich das Glück, das für Samstag und Sonntag die größten Wellen des Jahres und möglicher Weise eines ganzen Jahrzehnts erwartet wurden, auf Grund eines riesigen Sturms im Südindischen Ozean. So zeigten Satellitenbilder im Indischen Ozean bis zu 20 Meter hohe Wellen!
 
Am nächsten Morgen ging es deshalb schon um 6 Uhr morgens aus den Federn um die großen Wellen und mutige Surferlegenden zu beobachten, welche nur für diese Wellen aus der ganzen Welt angeflogen kamen.
 
Good Morning


Tatsächlich wurden unsere Erwartungen nicht enttäuscht. So große Wellen habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen. Viele der Wellen krazten bestimmt an der 10 Meter Marke! Zunächst gab es noch keine Surfer was sich jedoch schnell änderte nach dem ein erster mutiger Surfer die erste Mega-Welle erfolgreich gesurft hatte. Erst jetzt realisierten wir wie gigantisch die Wellen tatsächlich waren, wenn man die Surfer sah welche nur kleine Punkte in den Wellen ausmachten. Mir lief nicht nur einmal ein Schauder über den Rücken als wir den Surfern dabei zusahen wie sie ihr Leben in den Monsterwellen aufs Spiel setzten während wir ganz entspannt unser Frühstück zu uns nahmen.
Auch interessant fande ich es wie zuverlässig die Wellen gestanden wurden. Von bestimmt 15 Surfern die eine Welle nahmen, sah ich nur einen den die Welle erwischte und für ein paar atemlos Sekunden verschwinden ließ. Komischer weise hatte ich das Gegenteil erwartet, ich hatte gedacht jeder zehnte würde es vielleicht mal schaffen eine Welle zu bekommen. Da realisierte ich, dass sich die Surfer wenn sie eine Well nehmen auch sicher sind, dass sie diese stehen können. Was im Nachhinein auch Sinn macht, ein blöder Sturz kann bei solchen Wellen halt über Leben und Tod entscheiden und wir reden hier ja von den besten Surfern der Welt...
 







 
Gegen Mittag gingen wir nochmal zurück zum Hotel um einen kleinen Mittagsschlaf zu machen um Kraft für die vermutlich lange Nacht zu tanken.
 
Die Katze machte ein Nickerchen mit mir.
 
Es war nämlich Sonntag und jeden Sonntag gibt es in der Single Fin Bar in Uluwatu eine riesige Surferparty. Die Bar ist auf einer Klippe von welcher man einen tollen Blick aufs Meer und die Surfspots hat. Wir genossen noch den unglaublich schönen Sonnenuntergang, bevor die Party in volle Fahrt kam. Ich muss zugeben ich hab selten in so einer genialen Location gefeiert! Unter freiem Sternenhimmel, das Meer und Bali's Klippenküste überblickend.
 





 
Nach dem wir am nächsten Tag ausgeschlafen hatten gingen wir noch zum Uluwatu Temple, welcher auch über den Klippen steht und wo wir einen weiteren schönen Sonnenuntergang genossen.
 



 
 
 
Außerdem hatten Affen die Tempel Anlage fest im Griff, welche sich so manchen Spaß mit den Touristen erlaubten.
 

 
War echt eine coole Truppe die wir da hatten, aber morgen trennen sich die Wege schon wieder. Flo und Malte (die zwei anderen Deutschen) fliegen nach Malaysia und ich gehen noch auf die nah gelegene Insel Nusa Lembongan an der Ostküste Bali's bevor ich dann am 3. Juli nach Australien fliegen werde. Ja ihr habt richtig gehört! Nach gut 7 Monaten in Südostasien schaffe ich es nun doch noch nach Australien (auch wenn bis dahin noch viel schief laufen sollte --> lest weiter!). ;)

Samstag, 27. Juni 2015

Flores - Tauchen im Komodo Nationalpark

In Labuan Bajo auf Flores habe ich insgesamt eine Woche verbracht von der ich vier Tage Tauchen war und insgesamt 12 Tauchgänge gemacht habe! Und ich kann euch jetzt schon verraten, dass meine hohen Erwartungen nicht enttäuscht wurden. Auf meiner bisherigen Reise habe ich schon viele Taucher getroffen welche über das Tauchen im Komodo Nationalpark schwärmten und es oft als ihr bestes Taucherlebnis bis dato zählten. Zudem wird es auch im Internet immer unter den top 5 Tauchgebieten der Welt aufgelistet.
 
Von Chantelle aus Irland hatte ich das Flores Diving Centre empfohlen bekommen wo ich dann auch gleich hin bin. Dort konnte man in einem Dorm auch übernachten, was sich natürlich anbot, da man so das Tauchcenter gleich unter sich hatte und am Morgen nur kurz runterschlappen musste.
 
Ein normaler Tauchtag sah folgender Maßen aus: morgens ging es ab aufs Boot wo es zum Frühstück ein paar Donuts auf dem Weg zum ersten Tauchspot gab. Danach machte man zwei Tauchgänge bevor es Mittagessen auf dem Boot gab. Danach gab es noch ein dritten Tauchgang bevor es wieder an die Heimreise ging. Da der Komodo Nationalpark ganz schön groß ist, ist man schon mal zwei Stunden mit dem Boot unterwegs wenn man z.B. ganz in den Norden möchte. Diese Zeit habe ich immer gerne mit Lesen auf dem Sonnendach verbracht. ;)
Dadurch war meistens der Tag von morgens um 8 Uhr bis Nachmittags um 16 Uhr ausgefüllt.
Im Komodo Nationalpark schlägt auf jeden Fall jedes Taucherherz höher. Im Zentrum gibt es so ziemlich alles zu sehen was das Makro Tauchen zu bieten hat, während man im Norden die großen Dinger sieht.
 
So bekam ich im Zentrum gleich bei meinem ersten Tauchgang einen äußerst seltenen Lembeh Sea Dragon zu sehen für welchen man eigentlich eine Lupe bräuchte um ihn zu sehen und welcher erst 2006 entdeckt wurde und meines Wissens auch nur in Indonesien vor kommt. Auch interessant: bei Lembeh Sea Dragon bringt das Männchen die Nachkommen zur Welt.
Außerdem sahen wir alle möglichen Krabbenarten, Shrimps und Hummer.
 
Fühler eines Hummers










Riesiger Fischschwarm
 
Bei einem Tauchgang kamen wir außerdem zwei Oktopussen über den Weg welche sich gerade gegenseitig liebkosten und miteinander spielten. Ich finde es unglaublich interessant wie schnell Oktopusse ihre Farbe verändern können. Erst können Sie ganz schwarz sein und wenn sie über weißen Sand gleiten sind sie von einer Sekunde auf die andere ganz Hell im Ton des Sandes.
 

 
Wollte ich sämtliche Fischarten auflisten die wir gesehen haben wäre es wahrscheinlich kürzer, wenn ich die auflisten würde die wir nicht gesehen haben. ;) Man fühlte sich wie in ein gigantisches Aquarium geworfen, Dinge nach denen man normalerweise Suchen muss kamen einem einfach vor der Nase vorbei, so dass man oft nicht wusste wo man zuerst hin schauen sollte. Schau ich mir jetzt den Hai, die Schildkröte, den Cuttlefish, den Frogfish, die Seeschlange, den Rochen oder den Schwarm von Sardinen zuerst an? Das sind Probleme sage ich euch! :)
 





Bluespotted Stingray

 
Leider ist meine Unterwasserkamera gleich am Anfang kaputt gegangen, weshalb ich euch leider nicht mit Bildern neidisch machen kann. Echt schade, da es vermutlich atemraubende Bilder geworden wären aber auf der anderen Seite konnte ich so die ganzen Eindrücke einfach auf mich wirken lassen, ohne immer alles perfekt ins Bild bekommen zu müssen, was ja auch seine gute Seite hat.
 
Hatte mir das Zentrum schon gefallen wurde ich im Norden dann völlig verrückt! Bei einem Tauchspot genannt Castle Rock, einem Felsen der mitten aus dem Meer heraus ragt erlebte ich den spektakulärsten Tauchgang meiner bisherigen Tauchkarriere. Das es einfach nur ein Fels in der Brandung des offenen Meeres ist, gibt es dort oft eine starke Strömung was einem große Fische verspricht.

In dem Moment wo ich vom Boot ins Wasser sprang begann die Show... Um uns drum herum wimmelte es nur so von Fischen und Schwärmen. Wir sahen Bluefin und Giant Travally, Oriental Sweetlips, Snapper, Batfish, Napoleon Wrassen, Grouper, Barracuda und Tunfisch in größen wie ich diese Fische zuvor noch nie gesehen hatte! Viele der Fische hätten bestimmt 30 bis 50 Kilo auf die Wage gebracht... Und in diesem ganzen Tumult kreisten noch bestimmt 15 White Tip Reef Haie um uns herum von denen mir manche so nah kamen, dass ich sie berühren hätte können, was mich erstaunte, da diese Art von Hai normalerweise eher scheu ist. Irgendwann ehrte uns sogar noch ein bulliger, bestimmt zwei mal so großer wie ich, Grey Reef Shark, vor dem so mancher wahrscheinlich lieber die Flucht ergriffen hätte. ;)

An einem Punkt schwamm ich in einen riesigen rotierenden Sardinenschwarm welcher mich komplett umschloss. Außer einer Wand von schwirrendem Fisch sah ich nichts mehr außer das weit entfernte Sonnenlicht an der Wasseroberfläche. Ich war so überwältigt, dass ich lachen musste und das Grinsen sollte für den Rest des Tages auch in meinem Gesicht bleiben. Ich wusste, dass man einen Tauchgang wie diesen kein zweites Mal erlebt. Selbst ein Mann aus unserer Gruppe welcher bereits seit 30 Jahren tauchte und schon über 4000 Tauchgänge gemacht hat musste zugeben, dass dies ein Tauchgang der besonderen Art war. :)
 
Viele kommen ja vor allem wegen den Manta Rochen nach Flores, welche ich ja schon beim Schnorcheln bestaunen durfte. Interessanter Weise bekamen wir an unserem "Manta Tag" (wo man zu allen Tauchspots geht wo man oft Manta Rochen sieht), überhaupt keine Mantas zu sehen. Okay zumindest fast nicht... Beim letzten Tauchgang an diesem Tag beglückten uns doch noch drei Manta Rochen während wir schon unseren Safety Stop angefangen hatten.
 

 
Aus dem Nichts kamen sie geschwebt und umkreisten uns und sich selbst in einer spielerischen Weise. Das Gefühl von diesen bis zu 5 Meter weiten Geschöpfen umkreist zu werden lässt sich nicht beschreiben. Ich konnte also am enden doch noch ganz versöhnt den "Manta Tag" einen erfolgreichen Tag nennen.
 
 
Zwischen meinen vier Tauchtagen gönnte ich mir auch einen Tag zum relaxen. Okay ganz so relaxt war er dann auch wieder nicht. Nach dem er schonmal vielversprechend mit ausschlafen und lecker "Giant" Frühstück in einer Bäckerei angefangen hatte, bekam ich eine Nachricht von einem Mädel aus Jakarta (Indonesien), die ich in Labuan Bajo kennen gelernt hatte, ob ich Lust hätte einen großen Wasserfall in der Nähe anzuschauen. Da es schon morgens extrem warm war und ich mich nach einem kühlen Bad sehnte sagte ich sofort zu. Nach dem wir uns ein Rollen ausgeliehen hatten konnte es losgehen!
 
Die Fahrt zum Wasserfall war dann echt abenteuerlich, was ich nämlich nicht gewusst hatte, dass der Wasserfall sich mitten im Dschungel in den Bergen hinter Labuan Bajo befand. Zunächst ging es also ein Serpentinen Straße hoch bis es schon so kühl wurde, dass mir die Lust auf Wasser schon am vergehen war.
 

 
Nach einer steinigen Schotterpiste mussten wir dann noch eine halbe Stunde durch dicken Dschungel stapfen bis wir endlich den Cunca Wulang Wasserfall erreicht hatten.
Dort nahmen wir all unseren Mut zusammen und vertrauten der Aussage unseres Tourguides (ohne darf man den Wasserfall nicht besuchen), dass das Wasser tief genug sei um sich aus einer Höhe von ca. 8 Metern ins Wasser zu stürzen.
 




Der Wasserfall hatte über die Jahre eine kleine Schlucht gebildet in welcher wir nun in Richtung Wasserfall schwammen. Schaffte man es gegen die Strömung an kam man in eine kleine Aushöhlung in die der Wasserfall hinabstürzte. Nach einer kleinen Whirlpool-Einlage ließen wir uns von der Strömung auf die andere Seite der kleinen Höhle treiben nur um zu merken, dass die Strömung viel zu stark war um wieder zurück schwimmen zu können. Wir hatten natürlich schon ein bisschen Panik, bis wir heraus fanden, dass wir hinter den Wasserfall schwimmen konnten und uns von dort wieder vom Wasserfall herausspühlen lassen konnten. ;)
 




 
 
Als wir wieder zurück gingen dämmerte es schon. Bei der heimfahrt durch den Dschungel, bei tief schwarzer Nacht, waren wir auch froh nicht alleine zu sein. Zurück in Labuan Bajo gönnten wir uns noch einen Cocktail am Strand, bevor der lange und ungeplant sehr aktive Tag ein Ende nahm.
 
Das Tauchen im Komodo Nationalpark war wirklich traumhaft und auch so hat Flores viel zu bieten! Unberührte Landschaften und traditionelle Dörfchen machen Flores zu einem meiner lieblings Orte in Indonesien bis jetzt und ich bin mir sicher, dass ich irgendwann nochmal zurück kommen werde um noch mehr zu sehen. So hatte ich es gerne noch zum Mount Kilimutu mit seinen drei verschieden farbigen Seen und dem Wae Rebo Dorf geschafft, das muss jedoch auf wann anders warten, da mein Visum schon bald ausläuft.
 
Am 27.06 ging es also wieder mit einer kleinen Propeller-Maschine zurück nach Bali-Denpasar, von wo ich weiter nach Padang Padang, in der Nähe von Uluwatu fuhr.