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Samstag, 4. Juli 2015

So schnell lässt mich Asien nicht gehen...

Glücklicherweise konnte ich mein ganzes Gepäck bei den Mädels aus Deutschland in ihrem Hotel abladen. Danach ging es nochmal durch Kuta um den letzte Tag (zumindest dachte ich das) in Südostasien zu genießen. Erstaunlicher weise Zog es mich noch überhaupt nicht weg, ich hätte wahrscheinlich ewig so weiter machen können, aber nach sieben Monaten dachte ich wäre es mal an der Zeit noch eine andere Erdregion zu Entdecken. Ich glaube ich wusste einfach wie sehr ich das Entspannte und billige Leben in Asien vermissen würde. Deshalb ging es auch nochmal schön zu einer entspannenden Lomi Lomi Massage und danach lecker indonesisch essen.

Danach nutzte ich noch eiskalt (wortwörtlich) den Pool auf dem Hoteldach der zwei Mädels aus und genoss den letzten (oder auch nicht) Sonnenuntergang in Asien.




Mein Flug von Bali nach Cairns sollte um zwei Uhr morgens gehen. Da ich an diesem Tag jedoch schon mein Visum (30 Tage) übertreten hätte wollte ich noch vor 12 durch die Pass-Kontrolle. So weit so gut. Als ich gerade auf dem Weg zum Migration-Point war wurde ich von einem Flughafenangestellten aufgehalten mit der Frage ob ich nach Australien fliegen würde. Klar würde ich das! Oder vielleicht doch nicht? Wegen einer Aschewolke eines Vulkanausbruchs in der Nähe von Denpasar wurden alle Flüge nach Australien gestrichen. Oder zumindest die von Jetstar, die von Virgin Air flogen alle planmäßig. Das hat man halt davon wenn man nur mit billig Airlines unterwegs ist. Ich bekam dann auf jeden Fall einen Flug für die nächste Nacht über Sydney nach Cairns. Alles schön und gut, das wäre ja alles halb so wild wenn mein Visum nicht gerade am auslaufen wäre. Doch offensichtlich war wohl nichts zu machen und ich musste auf Verständnis seitens der Immigrationsbehörde hoffen.

Den nächsten Tag genoss ich nochmal ein bisschen mit Surfen am Kuta Beach, welcher mit einem schönen, diesmal hoffentlich wirklich letzten, Sonnenuntergang endete.




Zurück am Flughafen stand ich dann völlig unverständnisvollen Immigration-Officers gegenüber nach dem ich in eine Art Verhör-Zimmer gebracht wurde, welches vollgepflastert mit Plakaten nach dem Motto "Aufenthalt in Indonesien ohne gültiges Visum ist ein schweres Verbrechen und wird mit Haftstrafen von bis zu 5 Jahren verurteilt"... Na super dachte ich, so lange wollte ich jetzt doch nicht mehr in Asien bleiben und erst recht nicht in einer dunklen Gefängniszelle. Jedoch waren die Grenzbeamten so gütig mich für knapp eine Millionen Rupiah wieder springen zu lassen. Die Hoffnung von der Airline diese Gebühr wieder erstattet zu bekommen habe ich mittlerweile auch schon aufgegeben, es handelte sich ja schließlich um höhere Gewalt. Schön, dass jeder verstand, dass es sich bei meiner Visums-Übertretung auch um höhere Gewalt handelte...

Naja ich kann mich ja nicht beklagen, ich war auf freiem Fuß und saß im Flieger nach Australien. Okay zumindest nach dem der Flieger endlich mal da war, dieser hatte nämlich über eine Stunde Verspätung...

Sonnenaufgang aus dem Flugzeug

Am Flughafen in Sydney erfüllte sich dann meine böse Vorahnung. Nach dem ich noch ewig bei der Immigrations-Prozedur anstehen musste hatte ich den Anschlussflug nach Cairns verpasst. Es schien so als ob Cairns mich wirklich nicht haben wollen würde. Ich ergab mich diesem Schicksal und fragte nach einem Flug für den nächsten Tag, so hätte ich wenigstens noch einen Tag im kalten Sydney (Winter), wodurch der Zwischenstopp nicht ganz umsonst wäre. Und tatsächlich bekam ich einen Flug für den nächsten Tag. Manchmal erweisen sich auf den ersten Blick blöde Begebenheiten als ganz praktisch. So zahlte ich für den Flug von Bali nach Cairns gerade einmal 130€ bekam dafür aber einen Flug von Bali nach Sydney in einer Boeing "Dreamliner" und einen Flug von Sydney nach Cairns am nächsten Tag im Wert von insgesamt 650€... :)

Donnerstag, 4. Juni 2015

Kuta - eintauchen in die Welt eines Surfers...

Nach meiner kleinen Backpacker-Pause in Singapur wurde es wieder Zeit mich in die nächsten Abenteuer zu stürzen.
Und was bietet sich dafür besser an als Indonesien, der größte Inselstaat der Welt mit über 17 000 Inseln von denen gerade mal ein Drittel bewohnt sind?
 
Wie die meisten Indonesien-Reisen sollte auch meine in Bali beginnen, unter anderem wegen den billigen Flügen die man dorthin findet.
 
Die Meinungen über Bali gehen unter Backpackern weit auseinander. Für die einen ist es ein Surfer- und Party-Paradies in welchem sie Monate verbringen könnten, für die anderen ist es touristisch überlaufen und unauthentisch, so dass sie schnellst möglich weiter ziehen wollen.
Ich persönlich kann beide Seiten nachvollziehen.
 
Als ich in Kuta, der Touristen- und Surf-Hochburg Bali's ankam, wurde ich auch erstmal von der Masse an Touristen überwältigt. Später am Strand sah man alle zwei Minuten ein Flugzeug landen welches den nicht endenden Touristenstrom verdeutlichte.
 
Ich erinnere mich noch an Erzählungen von meiner Mutter welche vor Jahren mal Urlaub in Bali gemacht hatte und es als paradiesische, entspannte und von westlicher Kultur weit entfernte Insel beschrieb, auf welcher zauberhafte, private Bungalows mit Pool für unter 10 Dollar pro Nacht die Regel waren.

Heute reiht sich eine Fastfoodkette und ein Starbucks an den nächsten und teure Resorts für die schönen und reichen öffnen ihrer Pforten nur mit passender Kreditkarte. Die Geldmenge die man am Bankautomaten pro Vorgang abheben kann würde oft nicht mal für eine Nacht reichen.
 
Dann gibt es aber auch noch uns. Die armen Backpacker die sich mit einem Hostel mit schönem Pool, leckerem Essen und am aller wichtigsten vielen anderen genauso "armen" und abteuerlustigen Leuten wie einem selbst abfinden müssen... ;)
 
Ich war auf jeden Fall sofort wieder in meinem Elemente. Die Backpacker-Community in der ich seit über einem halben Jahr unterwegs bin ist für mich zu meinem zweiten Zuhause geworden. Und tatsächlich wird man überall mit "Hi friend!" und "Hey brother!" begrüßt, wie in einer großen Familie halt.
 
Sofort fande ich mich in einer lustigen Gruppe von zwei Neuseeländern, einer Deutschen, einer Schweizerin, einer Holländerin, einer Amerikanerin und einer Kanadierin wieder. Mit denen es am nächsten Tag an den so berühmt berüchtigten Kuta-Beach zum surfen ging.


 
Durch meine zwei Surfsessions einmal in Frankreich und einmal in Vietnam war ich ja schon mit den Basics vertraut und war der Star unter allen Surfern. Zumindest hätte ich das so gerne gehabt aber trotz all meinen Snowboard und Longboard-Erfahrungen musste ich mich den Australischen "Surf-Legenden" geschlagen geben. ;)
 
Australier machen übrigens gefühlte 90% unter den Touris in Kuta aus, wodurch man sich die Frage "Where are you from" praktisch sparen kann.
 
Nach dem wir die erste Nacht schon bis in die Morgenstunden durchgetanzt und gefeiert hatten (wofür Kuta ja berühmt ist) waren wir nach einem ganzen Tag Surfen eher erschöpft.
Doch eins lernten wir schnell, in Kuta gibt es keine ruhigen Nächte. Also ab zum "Sky Garden" einem Partykomplex in welchem man von 5 Uhr Abends bis 5 Uhr Morgens umsorgt wird. Anfangen tut das ganze mit einem "all you can eat and drink (auch Alkohol)" Buffet für umgerechnet 8€. Der "Taco-Tuesday" hatte es auch wirklich in sich. Nach mehreren Gängen zu dem Buffet, was wirklich eine super leckere Auswahl hatte, waren wir so voll das wir uns praktisch nicht mehr bewegen konnten. Selbst für die kostenlosen Biere und Cocktails blieb kaum noch platz.
Tanzen oder generell sich zu Bewegen in diesem Zustand, unvorstellbar. Alles was wir wollten war uns hinlegen und hoffen, dass wir nicht platzen würden. Nach einigem ringen (eigentlich wollten wir ja wieder Feiern) gaben wir unserem Körper nach und gönnten ihm die verdiente ruhe und Verdauungspause in dem wir schon vor Mitternacht ins Bett krochen.
 
Die Zeit in Kuta war wirklich genial. Es herrscht einfach ein guter mix zwischen körperlicher Aktivität (Surfen) und grandiosem Nachtleben. Aber nach zwei Tagen sehnten wir uns auch wieder nach einem etwas ruhigeren und relaxteren Ort, weshalb sich Ubud perfekt anbot.
Ubud gilt als das kulturelle Zentrum Bali's was für seine Kunst, traditionellen Tänze, Yoga- und Spa-Einlagen und wunderschöner Natur bekannt ist. Vor allem die nahe gelegenen Reisfelder sollen zu den schönsten Indonesiens gelten.
 
Also ab nach Ubud der kulturellen Perle Bali's. Mit nach Ubud kamen Jane (die Kanadierin), Aniek (die Holländerin) und Franziska (die Deutsche).